Habsberg/Eichstätt, im
November 2011
Eminenzen,
Exzellenzen, liebe Mitbrüder, liebe Schwestern und Brüder, werte Freunde des
Christlichen Ostens,
„Lasst uns einander
lieben, damit wir in Eintracht bekennen: Den Vater, den Sohn und den Heiligen
Geist“, so beten wir bei jeder
byzantinischen Liturgiefeier.Gleichzeitig erinnert uns dieser eucharistische
Gottesdienst, den wir getrennt feiern, dass die bestehende Spaltung der Kirche
ein "Skandal" ist, die der Glaubwürdigkeit der Kirche in der Welt
schadet. Solange es keinen Gleichschritt von Ökumene und Neuevangelisierung
gibt, geben wir kein glaubwürdiges Zeugnis in Wort und Tat vor den Menschen.
Kardinal Koch, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen
sagte: „Die Ökumene als aktive Suche nach der Kircheneinheit sowie die
Neuevangelisierung Europas seien gewissermaßen "Zwillingsschwestern“, denn überzeugend könne die Kirche das
Evangelium heute nur verkünden, wenn sie "mit
einer Stimme spricht" (Wien, 3.10.2011).
Für uns
Christen gehört ein Zweites dazu: Eine glaubwürdige Neuevangelisierung kann es nur dann geben, wenn wir uns auch
ökumenisch in Wort und Tat für die verfolgten Christen einsetzen.
Weltweit leiden etwa 100 Millionen Christen in
vielen Ländern nicht nur an einem Mangel an Religions-freiheit (kein Recht auf
freie Religionsausübung, auf Gotteshäuser und Versammlungsfreiheit), ihnen wird
auch eine Vielzahl anderer Rechte vorenthalten. Besonders zu nennen sind hierbei:
- das Recht auf Schutz vor willkürlicher
Verhaftung,
- das Recht auf ein faires gerichtliches
Verfahren,
- das Recht auf Zugang zu Gerichten, Gleichheit
vor dem Gericht,
- das Recht auf Familie, die
Minderheitenschutzrechte,
- die Rechte von Frauen und Kindern,
-
das Recht, Probleme von Menschenrechtsverteidigung und nicht zuletzt das
Folterverbot anzusprechen.
Die
Religionsfreiheit ist daher ein geeigneter Prüfstein für die allgemeine
Verwirklichung der Menschenrechte.
Angesichts dieser Tatsachen dürfen wir nicht
schweigen! Wir sollten uns gut informieren und in der Öffentlichkeit für die
Rechte der Christen eintreten.
Mit Sorge schauen wir auf die Lage der Christen im Irak. Im Jahr 2003
lebten schätzungsweise noch 1,2 Millionen chaldäischen Christen dort. Durch den
Krieg und den anschließenden Bürgerkrieg, die Entführungen von Christen, die
Terroranschläge auf Kirchen und das Leben in ständiger Angst floh jeder Christ,
dem es möglich war, aus dem Land. Die Christen suchten Zuflucht in Syrien,
Jordanien, dem Libanon oder wenn möglich gleich im Westen. Auf diese Weise
verringerte sich ihre Zahl auf unter 200 Tausend. Dies geschah zum Schaden
aller im Irak, denn die Christen brachten sich überdurchschnittlich in das
Wirtschaftsleben sowie in den schulischen und caritativen Bereich ein. Dieses
Engagement fehlt nun wegen der Gewalt, die Christen erleiden mussten und die
sie voller Angst und Not in die Flucht trieb und zum Teil immer noch treibt.
Ähnliches wird zurzeit aus Ägypten berichtet, wo über 100 Tausend Christen auf
der Flucht sind. Auch dort scheinen die Christen zu den Verlierern der
Revolution zu werden. Zu befürchten ist, dass in Syrien, wo die Christen bisher
relativ sicher leben konnten, sich Ähnliches anbahnen wird. Niemand kann eine
solche Entwicklung wollen und noch weniger gut heißen. Politisch muss von
Seiten des Westens und der Weltöffentlichkeit alles getan werden, damit
Minderheiten, vor allem die religiösen, geschützt werden. Für ihre Sicherheit
muss daher bereits jetzt im politischen Vorfeld verhandelt werden. Die
Religionsfreiheit muss geachtet werden. Die geplante Einführung der Scharia in
einigen nordafrikanischen Ländern, z.B. Libyen ist da eher beunruhigend und
beängstigend.
Liebe
Freunde des Christlichen Ostens, jetzt brauchen die Christen in diesen Ländern
unsere Solidarität. Die jetzigen Regierungen dort werden die Christen nur dann
als gleichberechtigte Bürger anerkennen, wenn sie sehen, dass die weltweite
Christenheit hinter ihnen steht. Es stimmt, unsere Möglichkeiten vor Ort sind
sehr beschränkt.
Wir haben
diesen Rundbrief überschrieben: Die
Flucht (nach) aus Ägypten… - „Alle Jahre wieder…“ „Ich war fremd - hast du mir
geholfen?“ In diesem Sinn
wollen wir vor Weihnachten besonders für zwei Gruppen um Ihre Hilfe bitten
(siehe Rundbrief Seite 2): Für die Flüchtlinge, Migranten sowie
für die ausländischen Studenten.
- In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen
Bischöfen im Irak und in Ägypten helfen wir Verfolgten und Geschädigten, soweit es uns möglich
ist.
- Die Förderung der ausländischen Priesteramtskandidaten ist eine unserer
bleibenden großen Aufgaben.
- Das Projekt der Jugend-Seelsorge für Sinti und Roma in der Slowakei
braucht noch Unterstützung.
- Viele Anfragen um eine Unterstützung für Medikamente und bei
Operationskosten
stehen an.
- Ein ukrainisches
Pfarrzentrum, mit Räumlichkeiten für Jugendliche, um sie von der Straße
wegzuholen, braucht
Hilfe.
- Unterstützung für eine junge Priesterfamilie: Der Priester ist
völlig überraschend verstorben, die Frau mit den
Kindern benötigt bis auf Weiteres Hilfe.
- Immer wieder werden wir um Messstipendien gebeten, da manche
ältere Priester nur damit über die
„Runden“ kommen.
Liebe Freunde von A.K.M., wie Sie ja den verschiedenen
Rundbriefen entnehmen können, versprechen und geben wir oft im Voraus, in der Hoffnung,
dass Sie uns mit Ihren Gaben nicht in Stich lassen. So ist es auch dieses Mal
wieder.
Ihre
Gaben sind eine sehr glaubwürdige Form der Verkündigung, mehr als nur schöne
Worte. Auf diese Art beteiligen Sie sich als Christen an der Verkündigung des
Evangeliums, auch wenn Sie
selbst nicht „missionieren“ können. „Die Beteiligung durch eine Spende ist
wichtig. Es ist ein wenig wie mit dem Groschen der Witwe: er wird niemanden
retten, aber er wird zur Rettung durch Gott viel beitragen“ (Kardinal
Fernando Filoni, Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Evangelisierung
der Völker).
Wir wünschen Ihnen eine frohe,
gesegnete und gnadenreiche Advents- und Weihnachtszeit, sowie ein gutes neues
Jahr des Heiles. Im Gebet für Sie und Ihre Angehörigen verbunden, verbleiben
wir in Christo
Ihre
Archimandrit
Domkapitular
Dr. Andreas-A. Thiermeyer, Rektor
Msgr. Paul Schmidt, Rektor
1. Vorsitzender
2. Vorsitzender
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Aktionsgemeinschaft Kyrillos und Methodios e.V.
Für
Europa ist Ökumene
überlebens wichtig
In
den letzten Wochen und Monaten haben wir, vor allem die katholische Kirche, einen medialen Sturm in Presse, Funk und Fernsehen in unserem Land erlebt und gemerkt, welche Kräfte und Gewalten „Geist“ und „Ungeist“ sein können. - Und
dies war erst der Anfang! Wachen wir auf! – „Pfingsten“ hat angefangen! Der Wind weht überall, wir müssen jetzt unsere Segel richtig setzen.
Das
„christliche Europa“ und die Kirchen Was
wir seit einiger Zeit im Nahen Osten und im Hl. Land vorexerziert bekommen und
was die meisten von uns leider gleich- gültig sein lässt, das könnte auch bald
das Schicksal des so genannten „christlichen Europas“ sein: Alte und einst
blühende christliche Kirchen im Orient verlöschen einfach oder werden
ausgelöscht. Was sind die Gründe? Die meisten dieser Kirchen haben zu lange aus
falschem Konfessionalismus heraus ihre eigene „Politik“, auch im Hinblick auf
die Politik vor Ort, gemacht. Um eines oft nur kleinen Vorteils willen vor den
anderen christlichen Konfessionen haben sie sich mit den Mächtigen „arrangiert“
und gegenseitig verleugnet. Sie haben es nicht verstanden, sich in einer ökumenischen
Solidarität als Christen so weit als nur möglich zu einigen und gemeinsam in
ihrer Region ein gemeinsames geistliches und politisches Handeln an den Tag zu
legen.
Zu
spät erkannt
Wir
sollten aus der Situation in Nahost lernen: In einer unchristlichen bzw. in
einer feindlichen Umwelt ist profilierungssüchtiger Konfessionalismus tödlich.
Ökumene darf daher nicht als kleinster gemeinsamer Nenner erachtet werden,
sondern muss in ehrlicher Toleranz, dem anderen Partner erlauben, seinem
Selbstverständnis treu zu bleiben. Das größtmöglichste Miteinander der reichen
Vielfalt der christlichen Tradition glaubwürdig zu leben muss unser Zeugnis
sein. Dies wäre im Nahen Osten überlebens wichtig gewesen. Dies wird auch bei
uns, als Basis einer Neuevangelisierung Europas, immer notwendiger werden. Wir
alle, die wir uns als Christen bezeichnen, müssen uns an dem alten Grundsatz
messen lassen: Je näher zu Gott, desto näher zueinander! Die Frage an uns ist:
Wo stehen wir?
Die
Ökumene beginnt bei einem jeden von uns selbst
Die
Sorge um die christliche Einheit liegt nicht in der Lust und Laune einiger
Theologen begründet, sondern sie muss unser aller Antwort auf das Gebet Christi
sein: „Damit sie eins seien“ (Joh 17,21). Jeder, der sich Christ nennt,
ist daher zur Ökumene verpflichtet. Die hl. Schrift erinnert uns daran: „Ein
Leib und ein Geist, … eine gemeinsame Hoffnung, … ein Glaube,
eine Taufe, ein Gott und Vater, der über allem und durch alles
und in allem ist“ (Eph 4,4-6). - „Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber
nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen
Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur einen Gott:
Er bewirkt alles in allen“ (1 Kor 12,4-6). - „Bemüht euch, die Einheit
des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält“ (Eph 4,3).
Ernsthaftes
Christsein ist ökumenisch
Wer
sein Christsein ernst nimmt, bemüht sich um eine wahre ökumenische Gesinnung.
Diese muss lauter und glaubwürdig sein, ohne jede persönliche Rechthaberei,
Geltungssucht und Sensationslust. Wer dies in seinem Alltag versucht, der darf
auch immer wieder beglückend feststellen, dass der Heilige Geist, bei all
unserem menschlichen Geben und Nehmen und trotz der diplomatisch-theologischen
Nebelschwaden oft ungeahnt seine Zeichen setzt.
Wenn
ich 40 Jahre zurückdenke, dann sehe ich, oft war der Weg sehr steinig und hart,
aber vieles, was uns eint und was uns trennt, zeigt sich heute in größerer
Reife. Ein schönes und erfreuliches Beispiel eines Mentalitätswandels dafür
ist, was unter Papst Johannes Paul II., im Hinblick auf die Orthodoxen
gewachsen ist. Anstatt, wie früher, von den „getrennten“ oder „schismatischen“
Christen wird jetzt in Rom von "unseren wieder gefundenen Schwestern und
Brüdern" gesprochen. Dieser gute Ausdruck betont, dass wir als Geschwister
und Brüder eine gemeinsame Mutter, nämlich die Kirche Jesu Christi, haben, dass
wir im Hause Christi zusammengehören, und dass wir auch "die Kunst des
Zusammenlebens" miteinander wieder ernsthaft erlernen wollen und müssen.
Ökumene
lebt vom gegenseitigen Vertrauen
Die
vielen Jahre im Dienst der Ökumene haben immer wieder gezeigt: Nur wenn wir anders
denkenden Menschen gegenüber offen sind, wenn wir Menschen, die andere Sprachen
sprechen, die andere Formen der Liturgie und der Spiritualität haben, die die
gleichen Glaubensgeheimnisse in anderen Riten feiern, in gebührendem Ernst
anerkennend behandeln, dann können wir eine beiderseitige Annäherung und sogar
kleine Wunder erfahren.
Es
gibt keine wahre Ökumene ohne persönliche Bekehrung. Dazu
ist es nötig, auf Christus zu schauen, um von ihm zu lernen. Er erwartet von
uns Kühnheit, Vertrauen und eine wahre Herzensbekehrung, die nicht nur
irgendwelche "moralische" Eigenschaften erfordert, sondern die eine
neue Weise des Sehens, des Schätzens und des Urteilens, die eine neue
"Sicht des Glaubens" will. Aufrichtige Ökumene ist weniger die große
theologische Lehre, sie ist vor allem auch eine Frage des Gebetes und der liebenden
Zusammenarbeit. Der hl. Augustinus bringt es auf den Punkt: "Der Stolz
verursacht Spaltung, die Nächstenliebe ist die Mutter der Einheit".
Ökumene-Kreuz
Lasst uns ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den christlichen Kirchen
des Ostens setzen.
Das sichtbare Tragen dieses Umhängekreuzes soll
zeigen, dass wir uns im "Dialog
der Liebe“ den Kirchen in Nahost in ihrer schwierigen Situation verbunden
fühlen:
Archimandrit
Dr. A.-A, Thiermeyer, Rektor Domvikar Msgr. Paul Schmidt, Rektor
1. Vorsitzender
2. Vorsitzender.
NEU: Ökumene-Kreuz
Handgearbeitetes
Kreuzmedaillion
doppelseitig geprägt
altbronzefarbig mit 80 cm
schwarzer
Halskordel
Größe:55 x 40 mm, pro Stück
5,00 € zzgl. Versandkosten
Bestellung bei:
A.K.M., Postfach 1104, D-85065 Eichstätt
Tel.: (+49) 08421-985729; Fax: (+49)
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